Was ist eigentlich Xylit, Xylitol oder Birkenzucker?

Xylit, auch Birkenzucker genannt, ist eigentlich schon sehr lange bekannt. Bereits 1891 wurde Xylit von dem deutschen Chemiker Emil Fischer und seinem französischen Kollegen Emil Bertrand durch die Reduktion von Holzzucker gewonnen. Xylit ist ein in vielen Früchten, Gemüsesorten und Pilzen vorkommender Zuckeralkohol. Zudem kommt er in der Rinde bestimmter Holzarten, z. B. Birke, vor. Xylit hat die selbe Süßkraft wie Haushaltszucker (Saccharose), aber einen um etwa 40 Prozent niedrigeren Brennwert (Kalorien). Im Mund entzieht Xylit der Umgebung Wärme, weshalb ein kühlender Effekt eintritt. Die antikariogene Wirkung von Xylit entdeckten finnische Wissenschaftler bereits in den 1970er-Jahren. Studien, die an der finnischen Universität Turku von 1972 und 1975 durchgeführt wurden, konnten eine deutliche Reduktion von Karies bei der Verwendung von Xylit belegen. Die antikariogene Wirkung beruht darauf, dass Xylit die Plaquebildung reduziert. Karies verursachende Bakterien wie Streptococcus mutans werden im Wachstum gehemmt. Sie können den Zuckeralkohol nicht verstoffwechseln und werden somit ausgehungert. Der regelmäßige Verzehr senkt deutlich die Zahl der Streptokokken in der Plaque und im Speichel und verhindert zusätzlich das Anlagern der Bakterien am Zahnschmelz. Ein weiterer Effekt von Xylit ist, dass er die schädliche Säurebildung in der Plaque reduziert. Allgemein gelten 5 bis 10 g Xylit als wirksame Tagesdosis.